Baal Teschuva (Neureligioese)/Elul / Tischrei/Rabbi Avraham Yitzchak Kook/Rabbi Elazar Menachem Man Schach/Teschuva (Umkehr zu G - tt)

Rabbi Kook, Rabbi Schach & die Teschuva (Umkehr zu G – tt)

B“H
In den zionistischen Yeshivot (relig. Lehranstalten) Israels spielt Rabbi Avraham Yitzchak Kook (1865 – 1935) bis heute eine wichtige Rolle. Seine Kommentare zur Thora sind einzigartig. Darüber hinaus natürlich seine relig. Essays wie OROT (Lichter). Ganze Bände gibt es davon und vielfach finden wir in den Versen eine grandiose, aber gleichzeitig schwer verständliche Poesie. Ich kaufte mir einige der OROT Bände in hebräischer Sprache, doch für einen Nicht – Muttersprachler sind sie kaum zu verstehen. Dann las ich sie auf Englisch und verstand nicht viel mehr. Wer die Orot verstehen will, der braucht keine passende Sprache, sondern eindeutige Kommentare bzw. Definitionen was wie gemeint ist. Ohne Kommentare sind die Orot noch nicht einmal für einen gebürtigen Israeli zu verstehen, denn es kommt auf die inhaltliche Botschaft an und nicht unbedingt auf das Sprachverständnis.
In englischer Sprache besitze ich zwei Bände der Orot HaTeshuva, die ich momentan lese. Der Monat Elul hat heute begonnen und Elul bzw. die Zeit vor Rosh Hashana ist die Teschuva – Zeit. Wir gehen ins uns selbst, analysieren unsere Fehler und versuchen uns in Zukunft besser zu verhalten. Teschuva (Umkehr zu G – tt) hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, von nun an völlig fromm zu leben und nächste Woche nach Mea Shearim zu ziehen. Vielmehr kann die Teschuva tagtäglich in einem selbst stattfinden, ohne dass derjenige Jude besonders religiös leben muss.
Rabbi Elazar Menachem Man Schach sagte seinerzeit, dass Teschuva (die Umkehr zu G – tt) bedeutet, eine intensivere Nähe zu G – tt aufzubauen. Aus jüdischer Sicht heraus geschieht dies insbesondere durch das Gebet sowie die Einhaltung der Thoragesetze (Mitzwot).
Mitzwot ? Uuuhhh, das hört sich gleich immer so erdrückend an. All diese Gesetzte und da bleibe ja kein bißchen Lebensfreude mehr. Immer nur machen und tun und nichts geniessen.
Ebenso aus jüdischer Sichtweise heraus ist jeder Jude verpflichtet, die Bedeutung jedes einzelnen Thoragesetzes zu lernen. Warum tue ich das und was steckt eigentlich dahinter ? Wer begreift, warum er was macht, der erfüllt die Mitzwot aus Freude heraus und nicht unbedingt, weil er es als Bürde sieht.
Rabbi Schach sagte, dass jeder Mensch seine Individualität besitzt. Sei es nun aufgrund seiner Sprache, seines Intellekt oder seiner Relation zu G – tt. Demnach sieht auch die Teschuva für jeden Juden anders aus.
Vor Rosh Hashana und Yom Kippur geht es nicht darum, ein Ba’al Teschuva (Neureligiöser) zu werden. Niemand soll seine alte Welt verlassen. Ein Ba’al Teschuva entschliesst sich kein säkulerer Jude mehr zu sein, sondern religiös zu leben. Dies ist ein langwieriger Prozess und schaut bei jedem Menschen anders aus. Jeder, der diesen Prozess einmal begann und durchzog oder auch nicht durchzog, kennt all die inneren Konflikte, die irgendwann auftreten. Davon jedoch ist bei der Teschuva vor Rosh Hashana keine Rede. Vielmehr sind in dieser Zeit alle Juden aufgerufen, ihre Vergehen zu bereuen und zu versuchen, in Zukunft einiges besser zu machen.
Wenn unsere Liste mit all den Vergehen aber eh schon so lang ist, ist dann nichts zwangsläufig alles egal ? Was spielt es da noch eine Rolle zu bereuen und wie können wir da noch vor G – tt treten ?
Eine Gemara (rabbinische Diskussion) im Talmud Traktat Niddah 30b lehrt, dass niemand sich selbst als ausschliesslich schlechten Menschen betrachten soll. Wer sich nur negativ sieht, der wird zu keiner Teschuva mehr fähig sein, sondern nur noch depressiv vor sich hinleben. Mehrere Talmudkommentatoren sowie Rabbi Schach sagen hierzu, dass wir uns auf unsere positiven Seiten konzentrieren sollen. Dieses Verhalten gibt uns die Kraft zur Umkehr bzw. die Kraft dazu, unser Leben zum Positiven zu verändern. Wenn ich mir nur ständig einrede, ich sei schlecht und wer weiss was alles, so bringt mich das im Leben kein Stück weiter. Der Talmud (Avot) selbst lehrt, dass kein Mensch sich selbst als Böse betiteln darf.
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