Christliche Missionare

Radikale Christen in Deutschland – Auch eine Gefahr für das Judentum

B“H
Wer meine Blogs zum orthodoxen Judentum (auf Deutsch & Englisch) kennt, der weiss, dass ich seit 2007 auf die Gefahr christlicher Missionare aufmerksam mache. Insbesondere hier in Israel.
In erster Linie handelt es sich in Israel um sogenannte freikirchliche Missionare, die da Juden zu ihren wirren Ideologien missionieren wollen. Evangelikale Christen, zum Beispiel.
In den USA sind die Evangelikalen unter ihrem Oberhaupt John Hagee eine führende religiöse Macht, deren oberstes Ziel darin besteht, Juden zu bekehren und somit die zweite Ankunft des falschen Messias J. herbeizuführen. Mittlerweile kauften sich die Evangelikalen mit all ihren Dollar Millionen auch bei Netanyahu, der Jewish Agency oder der Knesset (Knesset Christian Allies Caucus) ein. Dies ist nur ein kleiner Auszug aus einer langen Liste, die zeigt, in welchen israelischen Organisationen Evangelikale anhand von Geldspenden vertreten sind und dementsprechend ihre Rechte fordern. Die Dollarspenden finden schliesslich nicht nur zum Spass statt, sondern es wird eine strikte Missionsagenda verfolgt und wer sich dem nicht beugt, kriegt auch kein Geld mehr.
Anhand ihrer Millionen sind die Evangelikalen sowie viele andere Freikirchler dazu in der Lage, massiv PR zu betreiben oder sich einzukaufen. Auch in Israel fallen derlei Missionare mit Süßigkeitsgeschenken an Kinder auf. Es werden Suppenküchen und Jugendzentren errichtet. Darüber hinaus gehen die Missionare in Orte, welche direkt von Hamas – Raketen betroffen sind. Nach Sderot, zum Beispiel. Im nicht allzu weit entfernten Netivot haben sie dagegen weniger Chancen, denn dort regeln zwei jüdische Rabbinergruppen das religiöse Leben. Das alleinige Ziel unter Raketenbeschuss: Die Mission.
Es gehört bestimmt nicht zu meiner Agenda, Videos in die Blogs zu stellen, die sich mit judenfeindlichen Kirchen befassen. In diesem Fall jedoch will ich anhand eines Doku – Videos zeigen, wie sich radikale freikirchliche Gruppierungen in Deutschland immer mehr ausbreiten. Dass bei den Kirchenoberen G – tt nicht im Vordergrund steht, sondern die eigene Macht und das Geld, versteht sich von selbst.
Nicht nur in unserer Zeit sind die Menschen auf einer spirituellen Suche. Dass man sich dabei an eine radikale Freikirche wendet, erscheint eher irrational. Jeder Mensch ist imstande, eine persönliche Beziehung zu G – tt aufzubauen und dazu bedarf es keiner Freikirche. Eine Beziehung wird durch Gebet und, im Judentum, ebenso anhand der Erfüllung von Thoragesetzen (Mitzwot), aufgebaut. Offene Heilungen finden nicht statt. Es gibt Wunder, aber nicht jeder kann erwarten, dass an ihm eine wundersame Heilung erfolgt. Wie genau Wunder vonstatten gehen und wie nicht, darüber existieren im Judentum unglaublich viele Kommentare. Unter anderem vom Ramban (Nachmanides).
Meiner Ansicht nach sollten wir begreifen, dass es Dinge auf der Welt gibt, die nur G – tt entscheidet und worauf wir keinerlei Einfluss besitzen. Darüber hinaus sollten wir uns niemals Illusionen hingeben, die uns Heilungen oder die Lösung aller Probleme vorgaukeln. Selbstverständlich greifen viele chronisch Kranke nach dem letzten Strohhalm, aber trotz allem sollte sich niemand freiwillig in die Fänge von Betrügern begeben. Leute, deren Euer Schicksal gänzlich egal ist und denen es nur um ihre eigene Machtausübung geht.
In dem nachfolgenden Video wird von Freikirchlern die These verbreitet, dass eine Frau sich dem Mann unterzuordnen hat. Auch in sexueller Hinsicht. Heisst, wenn er will, hat sie auch zu wollen. Solch ein Verhalten ist im Judentum unbekannt, denn laut dem Religionsgesetz (Halacha) müssen beide Ehepartner dem Geschlchtsverkehr zustimmen. Hat entweder Frau oder Mann keine Lust oder was auch immer, kann der andere Partner niemanden zum Beischlaf zwingen. Es muss immer ein gegenseitiges Einverständnis vorhanden sein.
Zum Thema Schwule und Lesben: Die Thora verbietet ausdrücklich die Homosexualität unter Männern. Von Frauen, die lesbisch veranlagt sind, ist nicht die Rede. Dies bedeutet nicht, dass Liebesbeziehungen zwischen Frauen von der Thora toleriert werden. Ich war schon bei einigen Schiurim (relig. Vorträgen), in denen Frauen genau das Thema zur Sprache brachten und de jeweiligen Rabbiner meinten stets, dass man das Thema lesbische Frauen und die Thora separat auslegen müsse. Laut der Thora ist es nicht verboten, dennoch besteht eine von der Thora vorgesehene Ehe aus Männlein und Weiblein.
Die Todesstrafe laut der Thora und Hinrichtungen zu Tempelzeiten: Der Talmud bestätigt uns mehrmals, dass Hinrichtungen zu Tempelzeiten ganz selten stattfanden. Selbst wenn ein Jude ein schwerwiegendes Verbrechen bzw. einen Verstoss beging und vom Sanhedrin gerichtet wurde, so richteten die Rabbiner stets verhältnismässig. Zu einer wirklichen Todesstrafe kam es fast nie, obwohl die Thora diesbezüglich ziemlich streng klingen mag.
Zum Thema Teufel / Satan: Der Teufel existiert im Judentum nicht als Pferdefusswesen, sondern in einer wesentlich anderen sowie abstrakten Form. In der Yetzer HaRah, der negativen Seite in uns allen. Als direkte Person finden wir den Teufel selten.
Gemäss dem Judentum kann jeder Mensch in die Olam HaBah (Kommende Welt) einziehen. Christen sollten sich von ihrem Glauben an Himmel und Hölle befreien bzw. dies alles nicht obessessiv auslegen und sich verrennen. Jeder Mensch besitzt sein eigenes individuelles Potenzial, nach dem er leben sollte und G – tt verlangt von niemandem das Unmögliche.
Zum Thema Ehe: Im Judentum ist es völlig selbstverständlich, dass eine nicht funktionierende Ehe geschieden wird und beide Parteien sich neue Partner suchen können. Eine Ehe kann immer scheitern und nach der Scheidung steht es jedem frei, sich anderweitig wiederzuverheiraten. Wenn es denn sein muss, mehrere Male.
Die Evolutionstheorie wird im Judentum nicht anerkannt.

 

 

Was sich seit mehreren Jahren so ziemlich ausbreitet, sind sogenannte Pro – Israel – Blogs, welche Muslime in abartiger Weise darstellen. Nicht jeder Moslem ist ein arabischer Terrorist und es gibt eine Menge ganz normaler freundlicher Muslime. Es gibt keinen Grund, alle Muslime zu verdammen. Das aber tun diese Blogs. Und obwohl sich die Blogger nicht offen als Freikirchler zu erkennen geben, gaukeln sie dem Leser eine uneingeschränkte Sympathie zu Israel bzw. den Juden vor. Was wir dabei niemals vergessen sollten ist, dass alle Freikirchler genau genommen zu den ausgemachten Feinden des Judentums zählen, denn einzig und allein die Judenmission steht bei ihnen im Vordergrund. Diese Ideologie macht sie nicht nur zu Feinden des Judentums sondern wir können sie ebenfalls in die antisemitische Sparte einordnen.
Die Aufgabe eines jeden Nichtjuden besteht darin, nach den Sieben Noachidischen Gesetzen zu leben !
Advertisements

2 Kommentare zu “Radikale Christen in Deutschland – Auch eine Gefahr für das Judentum

  1. „Und obwohl sich die Blogger nicht offen als Freikirchler zu erkennen geben, gaukeln sie dem Leser eine uneingeschränkte Sympathie zu Israel bzw. den Juden vor.“

    Wen meinst du damit konkret, wenn ich fragen darf? Ich denke schon, dass es fromme Christen gibt, die aufrichtige Freunde und Unterstützer Israels sind, da ihnen das Wohlergehen des jüdischen Volkes am Herzen liegt. Man sollte auch hier nicht pauschalisieren, ebenso wenig wie bei Moslems, wie du ja richtig schreibst.

  2. B“H

    Bei Freikirchlern wie den Evangelikalen kann man zu 100% davon ausgehen, dass sie Juden missionieren wollen, da ihre gesamte Aufgabe darin besteht. Ein Evangelikaler ist ein Missionar !

    Die kath. Kirche setzt seit Jahren alles daran, saemtliche Gebauede aus dem Jerusalemer Zionsberg unter ihre Kontrolle zu bringen. Juden sollen hinausgeworfen werden und aktuell zum Papstbesuch vor wenigen Monaten habe ich dazu berichtet.

    Generell gibt es sicher fromme Christen, die sich fuer Israel einsetzen. Nur sollten sich auch dabei bleiben und nicht gegen das Judentum handeln. Nur allzu haeufig geht naemlich genau das schief, wie wir diese Woche bei der Missionsparade in Jerusalem sahen.

    Aber es gibt diesbezueglich auch gute Nachrichten:

    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/186192#.VD4-9NOEbFo

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s