Juedische Konzepte/Talmud

Talmud Sanhedrin 44a: „Ein Jude bleibt ein Jude“

B“H
In der Vergangenheit passierte es mir mehrere Male, dass strenggläubige Christen mir schrieben und behaupteten, sie seien die „besseren Juden“. Ihre Argumentation basierte darauf, dass sie wenigstens die Gesetze der Thora (Mitzwot) einhalten, wohingegen säkulere Juden dies nicht tun. Demzufolge seien säkulere Juden ihres Judentums unwürdig. Bitte beachten, dass derlei Statements jeweils von einer Einzelperson stammten und diese sich dann als „besserer Jude“ betitelte !
Meine Antwort darauf lautete, dass ein Jude, der keine Mitzwot einhält, immer noch ein Jude ist und bleibt. Das Nichteinhalten der Thoragesetze schliesst einen Juden nicht unweigerlich vom Judentum aus. Außerdem kann er heute absolut säkuler leben, aber im Verlauf des Lebens entscheidet er sich vielleicht dazu, doch die Mitzwot einzuhalten. Wer kann das schon im Voraus sagen ?
G – tt erschud Juden und Nichtjuden und wenn Er eine Welt einzig und allein bestehend aus Juden gewollt hätte, so hätte G – tt dies mit Leichtigkeit erfüllen können. Was aber dagegen geschah, war eine Welt bestehend aus Juden und Nichtjuden. Hierbei jedoch sei zu beachten, dass beide Gruppen unterschiedliche Aufgaben in der Welt besitzen. Juden sollten nach der Thora bzw. den 613 Mitzwot leben. Nichtjuden hingegen haben die zugedachte Aufgabe, sich nach den Sieben Noachidischen Gesetzen zu richten. Dies wiederum bedeutet, dass ein Nichtjude nicht dazu verpflichtet ist, darüber hinaus alle Thoragesetze einzuhalten. Juden dagegen folgen nicht nur den Sieben Gesetzen sondern einer wesentlich höheren Anzahl. Wenn auch nicht immer allen 613 Mitzwot, da es Einschränkungen gibt (z.B. Cohanim).
Dadurch, dass Juden nach den Mitzwot leben oder zumindest eine einzige ausführen, lösen sie positive Aspekte in den Oberen Welten aus. Entweder einen Tikun oder sogar einen Tikun Olam. Wer weiss! 🙂
Ich glaube, es ist Masechet Schabbat, welche uns da lehrt, dass ein Nichtjude der den Schabbat hält, wesentlich härter bestraft wird als ein Jude, der den Schabbat nicht einhält.
Was der Talmud an dieser Stelle lehrt ist, dass ein Nichtjuden davon absehen sollte, sich in eine Rolle zu quetschen, die ihm nicht zugedacht ist. Im Talmud selbst existiert ein ganzer Passuk, in dem derlei Fälle aufgezählt werden. Berühmtes Beispiel: Avshalom, der Sohn des König David. Avshalom griff nach einem Ziel, wobei er übersah, dass G – tt ihm diese Aufgabe nicht zugedacht hatte.
Daraus ergibt sich, dass ein Nichtjude nicht einfach behaupten kann, er sei Jude. Es sei denn, er durchläuft einen halachischen Konversionsprozess. Bis dahin aber kann er soviele Mitzwot halten, wie er will. Die größte Anstrengung hierbei macht ihn jedoch nicht automatisch zum Juden. Juden hingegen bleiben immer Juden und es gibt kein Entkommen von der jüdischen Seele. 🙂
Die Gemara in Sanhedrin 44a lehrt:
אמר רבי אבא בר זבדא אע“פ שחטא ישראל הוא
Rabbi Abba bar Zavda sagte: … obwohl die Nation sündigte, kann sie immer noch ISRAEL genannt werden.
Raschi kommentiert: Obwohl die Nation sündigte, war sie aus der Sicht G – ttes heraus immer noch würdig, Juden genannt zu werden und nicht einfach nur „die Leute / die Nation“.
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Greife nicht nach dem, was Dir nicht gehört
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