Gesundheitswesen/Heilmethoden aus dem Talmud/Rambam

Hilchot De’ot 4:1 – „Rambam übers Essen und Trinken“

B“H
Wie ich vor einiger Zeit in meinen Artikeln zu den „Heilmethoden aus dem Talmud“ schrieb, finden wir bereits im Talmud medizinische Erkenntnisse. Rabbi Yosef Karo, den wir als den Autor des Schulchan Aruch (Code of Jewish Law) kennen, verfasste seinerzeit zahlreiche weitere halachische Kommentare. Unter anderem auch einen Kommentar zur Mischna Thora des Rambam. Dieser bekannte Kommentar erschien unter dem Namen Kessef Mischne.
In eben jenem Kessef Mischne schrieb Rabbi Karo, dass die medizinischen Erkenntnisse, welche im Talmud Erwähnung finden, zur damaligen Zeit zutrafen. Doch schon zu Zeiten des Rabbi Karo, im 16. Jahrhundert, hatte sich die Welt verändert und der Rabbi gibt zu, dass viele medizinische Ratschläge aus dem Talmud nicht mehr in die fortgeschrittene Zeit des 16. Jahrhunderts passten.
Der Rambam (Maimonides, 1135 – 1204) entnahm seine medizinischen Erkenntnisse nicht unbedingt dem Talmud, sondern passte sich der Wissenschaft seiner Zeit des 12. / 13. Jahrhunderts an. An einer Stelle in der Mischna Thora gibt er zu, dass seine medizinischen Erkenntnisse, u.a., auch auf der Wissenschaft der Griechen basiert.
Heutzutage mögen wir die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Mittelalters belächeln und als primitiv abtun. Viele Jahrhunderte sind seither vergangen und die Wissenschaft genauso wie unsere Umgebung und der Mensch selbst haben sich grundlegend verändert. Dennoch gibt es nach wie vor eine Vielzahl von Leuten, die sich ausgerechnet für die gesundheitlichen Ratschläge des Rambam interessieren. Zusätzlich erfreuen sich die ernährungstechnischen Ratschläge des Rabbi Moshe ben Maimon recht hoher Beliebtheit.
In Hilchot De’ot 4:1, einem Teil der Mischna Thora, schreibt der Rambam, dass wir unser Möglichstes tun sollen, damit unser Körper gesund bleibt. Wir sollten nur dann essen, wenn wir hungrig sind und nur dann trinken, wenn wir durstig sind. Darüber hinaus sollte niemand den Gang zur Toilette hinausschieben.
Der Rambam entnimmt diese drei Statements einer Gemara (rabbinischen Diskussion) im Talmud Traktat Berachot 62b, wo es heisst:
„Wenn Du hungrig bist, dann esse sofort. Wenn Du durstig bist, dann trinke sofort“.
Raschi kommentiert:
Bevor uns das Hungergefühl wieder verläßt, sollten wir eine Kleinigkeit zu uns nehmen, denn ansonsten naschen wir später nur unnötig herum.

 

Rambam interpretiert die Gemara so, dass wir aus gesundheitlichen Gründen nur dann essen sollen, wenn wir wirklich hungrig sind.
Wer aus dem Ausland nach Israel reist, dem wird immer und immer wieder gesagt, er solle regelmäßig viel Wasser trinken. Hierzulande herrschen im Sommer heisse Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit ist entsprechend hoch. Wer als Tourist in der Sommersaison anreist, geniesst das warme Wetter, aber merkt nicht, wie schnell sein Körper austrocknet. Wer nicht regelmäßig trinkt, selbst dann, wenn er keinen Durst verspürt, kann sehr schnell umkippen und findet sich dann im Krankenhaus wieder.
Dem Argument des Rambam, man solle nur dann essen, wenn sich der Hunger meldet, stimme ich vollends zu.
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