Bejn Ha'Metzarim/Essen/Gesundheitswesen/Rambam

Körpergewicht reduzieren, gesunde Ernährung und der RAMBAM zum Thema Ernährung

B“H
Vor längerer Zeit schon hat das Bewusstsein der gesunden Ernährung selbst die haredische (ultra – orthodoxe) Gesellschaft erreicht. Zumindest insoweit man sich das finanziell erlauben kann, denn so manche gesunde Produkte sind nicht gerade günstig zu erstehen. Vor allem nicht in Israel, wo alles eh schon teuer ist.
Der Schabbat dieser Woche ist SCHABBAT CHAZON, der Schabbat vor Tisha be’Av und ich darf endlich wieder Fleisch essen. Es geht nichts über eine deftige Hühnersuppe am Schabbat. 🙂
Laut der Halacha sollten Juden an den neun Tagen vor dem Tisha be’Av keinerlei Fleischprodukte essen, außer am Schabbat vor dem Tisha be’Av. Ich als Fleischkonsument freue mich besonders auf den heutigen Abend. Zwar esse ich Fleischgerichte, doch überwiegend nur Huhn und ca. zweimal pro Woche. Vegetariertum oder all das Veganerzeugs wäre nichts für mich. 🙂
Vor mehr als einem Jahr beschloss ich, meine Ernährung komplett umzustellen. Der Hauptgrund war, dass ich mehrere Kilo Speck angesetzt hatte und diese loswerden wollte. Außerdem will ich ein paar Muskeln aufbauen und fit sein. Ich kaufte 2 kg Hanteln, ein Mountainbike sowie einige weitere handliche Fitnessgeräte. Nicht viel, aber selbst die kleinste Übung zählt.
Des Weiteren begann ich nach einem Fitness Center zu suchen, aber in Jerusalem existiert nicht gerade ein reichhaltiges Angebot. Die Bewertungen verschiedener Fitness Center der Stadt gaben mir den Rest und ich meldete mich nirgendwo an. Entweder war alles zu dreckig oder zu klein. Heisst, zuwenig Geräte und die Leute stehen in der Warteschlang. Darauf hatte ich absolut keine Lust. Tel Aviv hingegen hat riesige Fitness Center, aber in Jerusalem besteht leider Nachholbedarf. Ansonsten würde ich mich sofort auf ein Jahr einschreiben und wäre auch bereit, Geld auszugeben. Aber was soll man machen, wenn es am Angebot fehlt ?
Nichtsdestotrotz, Fitness spielt beim Gewichtsverlust mit ca. 20% nur bedingt eine Rolle. Das Hauptaugenmerk sollte auf der Nahrungsumstellung stehen. Viel Proteine, Mineralien, Vitamine, etc. und keinerlei Trans – Fette bzw. zu fettiges Essen überhaupt. Ab und an ein wenig Hühnchen sowie Milchprodukte. Viele Leute zeigen eine Laktose – Intoleranz. Bei mir ist dies nur bedingt der Fall und deswegen verzichte ich nicht auf Milchprodukte. Käse, mein selbstgemachter Milk Shake oder Streichkäse sind etwas Feines. Auch esse ich Brot und Eier (in Maßen).
Trotz allem gibt es immer noch zu viele fromme Juden, die am Schabbat nicht auf fettiges Fleisch mit dick Sauce verzichten wollen. Dazu der Kugel (Pastete) und alles trieft nur so vor sich hin. Auf der anderen Seite erklären uns der Rambam (Maimonides, 1135 – 1204) und insbesondere die Thora, dass wir auf unsere Gesundheit achten sollen. Es ist ein Thoragesetz sich nicht unnötiger Gefahr wie, u.a. Bungee Jumping, auszusetzen. Dieses Thoragesetz beinhaltet ebenso eine gesunde Ernährung.
Der Rambam verfasste ein ganzes Buch zum Thema gesunde Ernährung und wir finden es direkt in der Mischna Thora: In Sefer Hamada – Hilchot De’ot, Kapitel 3 ff.
Vor wenigen Jahren nahm ich an einem Rambam – Ernährungsseminar teil
http://lebeninjerusalem.blogspot.co.il/2010/12/die-richtige-ernahrung-gemass-des.html
Das Seminar fand im Chabad Hostel ASCEND im nordisraelischen Zfat statt. Wir Teilnehmer lernten dabei eine ganze Menge, aber irgendwie klappte es damals bei mir nicht mit einer Umstellung. Immer wenn ich im Supermarkt einkaufen war, fiel mir auf, dass eigentlich alles ungesund war und man es nicht essen sollte. Und wer will schon die ganze Zeit nur auf Karotteneminar oder Kohl herumkauen ? 🙂
Kürzlich kaufte ich mir ein Buch mit dem Titel „The Jewish Guide to Healthy Eating and Healthy Living„. Das Buch basiert auf den Instruktionen des Rambam. Obwohl ich nicht immer mit den Autoren konform gehe, denn sie beschreiben die Selbstheilung des Körpers und wie ggf. auf Medikamente verzichtet werden soll, habe ich dennoch eine Menge Neues gelernt. Wobei in dem Buch auch anderweitige Meinungen diskutiert werden und nicht immer ist alles 100 % Rambam ! Trotzdem erweist sich das Buch als äußerst hilfreich und am Ende gibt es sogar eine Reihe von Rezepten. Und … ich habe sogar Amarant gekauft. Wobei ich noch lernen muss, wie genau man ihn zubereitet. 🙂
Darüber hinaus wird im Buch das Brot des Dr. Mark’s erwähnt. Ob es die Dr. Mark’s Produktpalette jedoch ausschliesslich in Israel gibt, kann ich nicht sagen. Allerdings laufen die Produkte unter dem Koscherzertifikat (Hechscher) der Edah HaCharedit und der Preis für ein Brot liegt nicht höher als der von TELLER in der Agrippas oder im Machane Yehudah Markt. Ich nenne hier Teller, denn hierbei handelt es sich um eine der beliebtesten Bäckereien von Jerusalem (Hechscher: Mehadrin vom Rabbanut).
Das Brot von Dr. Mark’s ist in zahlreichen Jerusalem Health Stores erhältlich. Ferner gibt es einen neuen Health Store in der Emek Refa’im namens Duvdevan oder Duvdevanim. Die dortigen Preise sind okay.
Das hört sich jetzt vielleicht an als sei ich hier der totale Gesundheitsfreak geworden. Nee, das bin ich bestimmt nicht. Allerdings fühle ich mich seit der Ernährungsumstellung körperlich viel besser und mehr als 10 kg habe ich auch abgenommen. Ich verzichte auf Junk Food und Schokolade und esse stattdessen viel Wildreis, nur wenig Nudeln, aber dafür umso mehr Salate und Gemüse.
Einige Ansichten des Rambam werde ich aus den Hilchot De’ot zitieren. Bereits im 12. Jahrhundert schrieb er, dass wir uns so ernähren sollen, dass wir gesund bleiben. Ferner sollten wir uns nicht unseren Essensgelüsten hingeben wie ein Hund oder ein Esel. Stattdessen muss sich der Mensch auf das konzentrieren, was sich positiv auf den Körper auswirkt. Sei es nun süß oder bitter (Hilchot De’ot 3:2).
Hier könnt Ihr in englischer Sprache den gesamten Hilchot De’ot Traktat einsehen
http://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/910314/jewish/Deot.htm
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