Buecher/Chabad (Lubawitsch)

Zur aktuellen „Rebbe Menachem Mendel Schneerson“ Biographie von Rabbi Adin Steinsaltz

image
Photo: Miriam Woelke
B“H
In der vergangenen Woche kaufte ich das neue Buch des überaus populären Rabbi Adin Steinsaltz. Der Titel des Buches lautet MY REBBE und wie der Name bereits sagt, handelt es sich hier um eine Biographie des siebten und letzten Lubawitscher Rebben Menachem Mendel Schneerson.
Im israelischen Handel kostet die englische Hardcover Buchversion ca. 98 Schekel, auf der derzeitig stattfindenden Buchmesse erhaltet Ihr es zum Preis von 60 Schekel. Wer will: Auf Amazon ist das Buch ebenfalls erhältlich.
Ganz aufgelesen habe ich die ca. 240 Seiten noch nicht, doch bereute ich nach Lesen der ersten Sätze, den Kauf bestimmt nicht. Ein sehr lesenswertes Werk und ich kann es nur jedem ans Herz legen. Ob nun jemand Jude ist oder nicht, ob jemand Chabad Lubawitsch mag oder nicht, das Buch gibt allen einen hervorragenden Einblick in das Leben des siebten Lubawitscher Rebben.
Nun könnte man meine, ich anfangs auch, dass Rabbi Adin Steinsaltz nur Gutes zu berichten hat, denn er selbst ist ja ein Lubawitscher Chassid. Was also kann man da anderes erwarten als dass der Rebbe hochgehalten wird ?
Die Annahme bestätigt sich nicht, denn der Autor scheut keinerlei Kontroverse und setzt sich auch kritisch mit dem Rebben sowie der chassidischen Gruppe auseinander. Es ist also nicht nur irgendein Chabad – Brainwashing, sondern von jemandem geschrieben, der den Rebben kannte und das Movement schon eine ganze Weile mitmacht und sich auskennt.
Der Schreibstil ist, wie immer bei Rabbi Steinsaltz, flüssig und das Lesen macht Spass. Interessante Einblicke werden geliefert und der Leser lernt vieles dazu. Obwohl es mehrere Biographien über Rebbe Menachem Mendel Schneerson gibt, Rabbi Steinsaltz hat viele Inhalte hinzuzufügen. Unter anderem, dass der Rebbe den Tod eines jüngeren Bruders vor seiner Mutter geheimhielt, da diese die schlimme Nachricht nicht überlebt hätte.
Wenn ich Zeit habe, beschäftige ich mich ebenso mit einer zweiten Biographie und eine dritte wartet noch auf meinem Bücherregal. Zu eben jener zweiten Biographie habe ich in der Vergangenheit ein paar Inhalte verfasst. Es geht dabei um die Biographie der zwei amerikanischen Autoren Samuel Heilman und Menachem Friedman. Ihr Buch erschien vor ein paar Jahren und heisst „The Rebbe: Life and Afterlife of Menachem Mendel Schneerson„.
Wer will kann auf Google Books diverse Buchinhalte umsonst nachlesen:
http://books.google.co.il/books?id=QuWQ3DiYGVwC&pg=PA293&lpg=PA293&dq=the+rebbe+shmuel+heilman+menachem+friedman&source=bl&ots=XAIGaFHyX1&sig=D-A-3_acXCMaoNZQAFf3_G4spwc&hl=en&sa=X&ei=MvnWT6yDHc2P4gSZ0sCsAw&ved=0CGQQ6AEwCTgK#v=onepage&q=the%20rebbe%20shmuel%20heilman%20menachem%20friedman&f=false
Worin besteht nun der Unterschied zwischen dem Heilman / Friedman Buch und der aktuellen Rabbi Steinsaltz Ausgabe:
Zuerst einmal bringen Samuel Heilman und Menachem Friedman viel mehr Details und Hintergrundwissen. Wobei ja immer kritisiert wird, dass viele ihrer Recherchen nicht stimmen. Ich kann mich dazu nicht äußern, denn ich bin weder Chabad noch Chabad – Experte noch kannte ich den Rebben.
Heilman und Friedman gehen, u.a., gründlichst auf die Hochzeit zwischen Rabbi Menachem Mendel Schneerson und der Tochter des sechsten Lubawitscher Rebben Yosef Yitzchak Schneersohn ein. Unter anderem, dass Rabbi Menachem Mendel keine chassidische Kleidung unter der Chuppah (dem Hochzeitsbaldachin) trug und warum nicht. Rabbi Adin Steinsaltz hingegen erwähnt die Kleidung des späteren Rebben in diesem Zusammenhang nicht, sondern erst Seiten später, wenn es um die Nachfolge nach dem Tod des sechsten Rebben geht.
Beide Bücher sind definitiv lesenswert und jeder, der Chabad nicht einfach so als „wirre Messiasgruppe“ abtun will, sollte ins Detail gehen und über die vielfältige Geschichte dieser chassidischen Gruppe lernen. Die israelische Professorin Rachel Elior verfasste ebenfalls Bücher zum Thema CHABAD. Sie allerdings geht auf die chassidische Theologie der Gruppe ein. Darüber hinaus kann ich Euch OPEN SECRET von Elliot R. Wolfson empfehlen. Hier wird auf die messianische Seite in Chabad eingegangen, aber Vorsicht: Das Buch ist keine leichte Kost !
Link:
Warum es in Chabad keine Streimel gibt
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s