Hebraeische Buchstaben/Kabbalah/Mittelalter

Eine mittelalterliche Theorie zum hebräischen Buchstaben SHIN

B“H
Der hebräischen Buchstaben SHIN
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Quelle: Inner.org
B“H
Nicht selten passiert es, dass einen die Recherche zu verschiedenen Themen im Judentum fast zur Verzweiflung bringen. Allein die Menge an Material scheint schier unerschöpflich.
Betreibe ich Research zu einem bestimmten Thema, passiert es häufig, dass ich plötzlich auf anderweitiges Material stosse, welches ich für weitere Recherche – Zwecke verwenden kann. So auch jetzt wieder beim Lesen des Gershom Sholem Buches „On the Kabbalah and its Symbolism“.
Im April fragte ein Blogleser nach der Bedeutung des hebräischen Buchstaben SHIN. Es ging dort um die drei Ecken im SHIN:
https://hamantaschen.wordpress.com/2014/04/28/leserfrage-was-bedeuten-die-drei-ecken-im-hebraischen-buchstaben-shin/
Beim Lesen des o.g. Buches bin ich jetzt auf weitere Aussagen zum SHIN gestossen und musste sofort an die Leserfrage denken.
Ich recherchiere nebenbei zu einem kabbalistischen Thema, welches sich als extrem kompliziert heraustellte. Von Beginn an erwartete ich keine Wunder und war auf ein nicht gerade leichtes Thema eingestellt. Im Nachhinein jedoch muss ich sagen, dass ich noch länger an der Recherche zum SEFER TEMUNAH (Buch Temunah) knabbern werde.
Aber um auf den Buchstaben SHIN zurückzukommen:
Die Kabbalisten des Mittelalters entwickelten oftmals eine neue Symbolik, um, u.a., G – ttes Vorgehen im Erschaffungsprozess menschlichen Denkvorgängen verständlicher zu machen. Ohne die Symbolik in der Kabbalah wären wir kaum imstande etwas von G – ttes Wesen zu verstehen. Nicht, dass wir G – tt überhaupt verstehen. Dass, was wir lediglich tun ist, Seinen Willen etwas besser zu verdeutlichen. Von G – tt selbst wissen wir gar nichts und dies wird bis in alle Ewigkeit so bleiben.
Wie gesagt, in der mittelalterlichen Kabbalah wurde mit bereits bestehenden Symbolen (Beispiel: Aus dem Talmud) gearbeitet oder es wurden neue Symbole hinzugefügt (Beispiel: Die Partzufim des Rabbi Yitzchak Luria). Darüber hinaus entwickelte jeder Kabbalist seine eigenen Thesen und ein Meister der Analyse zur mittelalterlichen Kabbalah war Gershom Sholem.
Eine der mittelalterlichen Thesen lautete, dass der Buchstabe SHIN unvollständig sei. Anstatt drei sollte er eigentlich vier Zinken haben. Diese These beruft sich auf eine bestimmte Stelle im Talmud, doch dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt.
Gershom Sholem zitiert eine, wie er es nennt, radikalere kabbalistische Ansicht, die besagt, dass im hebräischen Alphabet bzw. in der Thora ein Buchstabe fehlt. Das g – ttliche Alphabet bestehe ursprünglich aus 23 und nicht aus 22 Buchstaben.
Eine weitere kabbalistische Ansicht besagt, dass die Thora eigentlich aus sieben und nicht aus fünf Büchern besteht. Damit ist nicht gemeint, dass Texte fehlen oder später drangehängt werden. Vielmehr ist die Aufteilung der Thora anders wahrzunehmen. So könnte Sefer Bamidbar (Numeri) noch in weitere Bücher unterteilt werden.
Doch soviel erst einmal zum SHIN. Das seine kabbalistische Theorie aus dem Mittelalter besteht, wonach das SHIN in seinem jetzigen Zustand unvollständig ist.
Ob es nun vollständig ist oder nicht gehört zur Spekulation der damaligen Kabbalisten. Spekulieren war damals eine Art kabbalistisches Hobby.
Bezüglich der weiteren von mir aufgeführten Thesen: Man muss vorsichtig sein, nicht alles zu wörtlich zu nehmen und es bedarf einer Menge intensiver Recherche. Allein aus diesem Grund will ich nicht näher auf das Thema eventuell fehlender Buchstaben eingehen. Ob es wirklich so ist oder nicht, werden wir wohl kaum erfahren. Die spekulative Kabbalah nahm im Mittelalter einen weiten Raum ein. Grund dafür waren wohl auch die Zeiten der Inquisition und dass sich Juden bessere Zeiten sowie die Ankunft des Meschiach herbeisehnten. Dementsprechend messianisch fallen dann auch viele Schriften aus.
Ich weiss, dass es immer ein Tanz auf dem Drahtseil ist, diverse Dinge aus dem Judentum zu publizieren, denn es gibt Menschen, die vieles falsch verstehen oder eigene Theorien hineininterpretieren und die wirkliche Bedeutung ignorieren oder gar nicht begreifen.
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