Hebraeische Buchstaben/Talmud

Der Talmud AVOT zu den hebräischen Buchstaben

B“H
Zwei Mishnayot (G – ttes mündliche Lehren an Moshe am Berg Sinai) im Talmud Traktat AVOT sind besonders berühmt, wenn es um die Herkunft der hebräischen Buchstaben geht. Da wäre zum einen die Mischna in Avot 5:1, welche uns lehrt, dass G – tt die Welt anhand von Zehn Äußerungen / Sprechweisen erschuf.
Im Deutschen klingt die Formulierung etwas seltsam. Im Englischen ist von „Ten Utterances“ die Rede und im hebräischen Original „Esser Ma’amarot“.
Warum nicht einfach Sprechweisen bzw. G – tt sprach ?
Nun die hebräische Sprache tickt etwas anders und jedes Wort besitzt einen inneren Kern bzw. eine individuelle Bedeutung. Theoretisch müßte es im Hebräischen DIBURIM und nicht MA’AMAROT lauten, doch das Wort MA’AMAROT beinhaltet eine spirituell motivierte Welterschaffung und nicht eben mal so dahingesagte Verse von G – tt („Und es werde Licht …“ etc).
Rabbi Michael L. Munk schreibt in seinem Buch „The Wisdom in the Hebrew Alphabet“, dass G – tt die 22 hebräischen Buchstaben so zusammensetzte, dass diese Worte ergaben und die Erschaffung hervorriefen.
Avrahams Sefer Yetzirah (Book of Creation) beschreibt, wie die Buchstaben während des Erschaffungsprozesses eingesetzt wurden bzw. die Welterschaffung erst möglich machten. Die Buchstaben ergeben unzählige Kombinationen, sobald sie zusammengesetzt werden. Unendlich viele Wörter anhand verschiedener Buchstabenkombinationen. Durch jede neue Zusammensetzung von Buchstaben entstehen kosmische spirituelle Kräfte, welche durch die Buchstaben repräsentiert werden.
Die zweite berühmte Mischna finden wir in Avot 5:6. Hier erfahren wir, dass G – tt am Abend des allerersten Schabbat zehn weitere Dinge erschuf. Unter diesen zehn Dingen befinden sich die Schrift, die Gravur der Schrift sowie das erste paar Luchot (Gesetzestafeln mit den 10 Geboten). Nachdem Moshe die ersten zwei Gesetzestafeln, welche von G – tt erschaffen worden waren, zertrümmerte, erhielten die Juden ein zweites paar Tafeln, welche von Moshe eingraviert wurden.
Raschi kommentiert: Bei der Schrift (Avot 5:6) handelt es sich um die hebräischen Buchstaben.
Bei der Gravur (eingravierte Buchstaben auf den ersten Gesetzestafeln) handelt es sich um ein Instrument, welches G – tt bei der Entstehung der Luchot einsetzte. Die Aseret HaDibrot (Zehn Gebote) waren wundersamerweise so eingraviert, dass sie von beiden Seiten zu lesen waren (siehe Sefer Shemot / Exodus 32:15, Parashat Ki Tisa).
Darüber hinaus lehrt uns der Talmud, wie das möglich war und warum diverse hebräische Buchstaben wie das MEM am Ende eines Wortes, an ihrem Platz blieben und nicht einfach aus den Tafeln kippten. Bei dem MEM am Ende eines Wortes handelt es sich um eine Art Kreis und wie kann es also sein, dass ein Kreis in einer Tafel steht, die von beiden Seiten zu lesen ist. Auf die entsprechende Stelle im Talmud gehe ich in einem späteren Artikel ein !
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