Pessach

„Pessach Scheni – Das zweite Pessach“

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Photo: Miriam Woelke
B“H
Es gibt ja so Feiertage, bei denen weiss man gar nicht, dass sie existieren. Erstens sind sie nicht offiziell und zweitens eher unwichtig und nicht unbedingt im Kalender verzeichnet.
Zur Zeit des Zweiten Tempels gab es eine ganze Reihe von Feiertagen, welche nach dessen Zerstörung im Jahre 70 nach Beginn der Zeitrechnung vollkommen in Vergessenheit gerieten. Der Talmud Traktat Schabbat 13b nennt diesbezüglich eine Schrift mit dem Namen „Megillath Ta’anit“ eben zu jener Tempelzeit, welche nicht weniger als 35 weitere kleinere Feiertage auflistete.
Am heutigen Mittwoch begehen wir „Pessach Scheni – Das zweite Pessach). Ursprünglich war dieser Tag dazu gedacht, Juden, die an Pessach selbst unrein waren und deswegen nicht das „Korban Pessach – Pessachopfer“ opfern konnten, eine erneute Möglichkeit zu gestatten, dies nachzuholen. Wer an Pessach unrein war und am Pessach Scheni das Versäumte nicht nachholt, der begeht ein Vergehen mit Absicht und nicht unschuldig, so Rebbe Menachem Mendel Schneersohn, 1789 – 1866, der dritte Lubawitscher Rebbe im Buch „Sha’arei HaMoadim“. Weiter schrieb der Rebbe, dass Pessach Scheni von jenen Konvertiten zum Judentum genutzt werden kann, welche am ersten Pessach noch keine halachischen Juden waren und erst kurz danach konvertiert sind. Solch ein Konvertit ist zur Einhaltung des Pessach Scheni verpflichtet. Heutzutage jedoch begehen wir diesen Tag vorrangig damit, mindestens noch eine Mazzah (vom vergangenen Pessach) zu essen.
Der Rambam (Maimonides, 1135 – 1214) erklärte Pessach Scheni sogar für einen Tag, unabhängig vom ersten Pessach vor ca. vier Wochen.
Was wir daraus lernen ?
Zum Beispiel, dass jeder im Leben eine zweite Chance erhält. Klappt etwas beim ersten Mal, aus welchen Gründen auch immer, nicht und man selbst ist daran unschuldig, erhalten wir von G – tt einen zweiten Versuch. Genau wie jene Juden, die aufgrund der Reinheitsgesetze zu Tempelzeiten kein Pessachopfer opfern konnten, sondern dies erste vier Wochen später taten.
Rebbe Menachem Mendel Schneersohn (der dritte Lubawitscher Rebbe) beschreibt weiter, dass Pessach Scheni eigentlich nur für diejenigen Juden Bestand hat, die am ersten Pessach kein Opfer erbrachten. Auf uns bezogen heisst dies, dass wer am ersten Pessach an keiner Seder teilnahm bzw. keine Mazza aß, jetzt abermals seine Chance erhält. Eine spezielle Seder ist nicht erforderlich und das Haus muss auch nicht nochmals „kascher le’Pessach“ geputzt werden.
Das Chabad – Buch „Sha’arei HaMoadim“ betrachtet das Pessach Scheni als Tag der Bereitschaft zur Teschuva (Umkehr zu G – tt). An Schavuot, in drei Wochen, erhalten wir die Thora und vorher sollten wir uns auf den Grund und die Ursache unserer Existenz besinnen. Was tun wir an Pessach Scheni, um eine Teschuva hervorzurufen ? Wir lernen Thora !
Das erste Pessach findet im jüdischen Monat NISSAN und das zweite Pessach im Monat IYAR statt. Im Nissan (das erste Pessach) findet die Verbindung der oberen spirituellen Welten mit der unseren materiallen von oben nach unten statt. Beim Pessach Scheni hingegen sind wir es, die unsere Welt mit den oberen verbinden. Somit bildet das zweite Pessach eine Vervollkommnung des ersten Pessach. Zusammen bilden sie ein Ganzes.
Das Pessach – Opfer gehört allein den Juden, denn die anderen Völker waren keine Sklaven des ägyptischen Pharaos. Das Pessach – Opfer ist somit eine reine jüdische Angelegenheit (siehe Sha’arei HaMoadim zu Pessach Scheni).
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