Antisemitismus/Kirche/Mittelalter

Kirchlicher Antisemitismus im Mittelalter: „Der Jude mit dem Horn“

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Unverzeihlicher Fehler Michelangelos: Moses (Moshe) mit Hörnern
Quelle: Wikipedia
B“H
Wer Genaues zum mittelalterlichen kirchlichen Antisemitismus wissen will, der lese Joshua Trachtenbergs Buch „The Devil and the Jews„.
Auf der Rückseite des Buches finden wir eine Bewertung der New York Herald Tribune, welche das ausdrückt, was auch mir beim Lesen durch den Kopf geht:
„One wishes that Dr. Trachtenberg’s volume could be placed in the hands of every minister, every teacher, every educator – indeed, all who mold public opinion“.
Das Lesen des Buches geht bei mir nur sehr langsam voran, denn immer wieder muss ich unterbrechen. Bei all den Details zum kirchlichen Antisemitismus kann einem nur schlecht werden und das ist der Grund für meine Pausen.
Zwar berichtet Joshua Trachtenberg (1904 – 1959) vom kirchlichen Antisemitismus des europ. Mittelalters. Trotzdem gehören viele der idiotischen kirchlichen Anschuldigungen nicht der Vergangenheit an, sondern spuken bis auf den heutigen Tag in etlichen christlichen Köpfen herum.
Eine der berühmt – berüchtigten kirchlichen Anschuldigungen beruht auf einem Fehler Michelangelos. Dieser nämlich kreierte eine Mosesstatue mit Hörnern am Kopf und es war dieser abscheuliche Fehler, der Kirche und Christen zu einer weiteren Form des Antisemitismus anstachelte.
Der Fehler des Michelangelo beruht auf einem Übersetzungsfehler der Thora. Nicht, dass dies der einzige Übersetzungsfehler ist, denn seit ihres Bestehen unternimmt die Kirche alles, um ihre Interpretation des falschen Messias J. zu untermauern. Hierbei wird auch nicht vor Fälschungen des originalen Thoratextes zurückgeschreckt, denn man muss ja den Schäfchen eine selbst erfundene Ideologie vermitteln.
Michelangelos Übersetzungsfehler finden wir im Buch Exodus (Sefer Schemot) 34:29 – 35 (Parashat Ki Tisa). Dort wird von Moshe berichtet, der gerade vom Berg Sinai herabsteigt und der dabei nicht bemerkt, dass sein Gesicht von der kurz zuvor gegenwärtigen Schechinah (Anwesenheit G – ttes) geradezu glühte. KARAN ist das Wort für GLÜHEN, doch Michelangelo machte daraus Keren, was übersetzt Horn bedeutet. Ebenso kann Keren STRAHL heissen, wobei wir wieder beim GLÜHEN wären.
Christen interpretierten die Thora an dieser Stelle absolut falsch und verstanden die wahre Bedeutung nicht. Oder man wollte es nicht verstehen. Das Resultat war, dass von jetzt ab die Juden bezichtigt wurden, ein oder zwei Hörner auf der Stirn zu haben. Klingt idiotisch, manche Christen aber suchen bis heute bei Juden das Horn auf der Stirn.
Na dann, viel Spaß beim Suchen !
Joshua Trachtenberg schreibt, dass die Kirche bei ihrer warren Behauptung von den alten Griechen beeinflusst worden sein könnte. Der Gott Jupiter trat mit einem Horn auf. Ferner ging die Legende um, Alexander der Große habe zwei Hörner (Koran, Sure 18:82 – 85).
Link:
Der Teufel & die Juden“ sowie weitere Links zur antisemitischen Kirche und dem Antisemiten Martin Luther
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