Juden in arabischen Laendern

Zur Geschichte der marrokanischen Juden

B“H
Eine historische Tatsache, die nicht nur im deutschsprachigen Raum kaum jemals Beachtung findet: Hunderttausende von Juden wurden nach der Gründung des heutigen Staates Israel (1948) aus den arabischen Ländern, in welchen sie seit Jahrhunderten gelebt hatten, hinausgeworfen. Fast alle dieser plötzlich unerwünschten Juden zogen nach Israel und so kommt es, dass Israel bis heute einen höheren Bevölkerungsanteil von sephardischen Juden (aus Marroko, Tunesien, Algerien, Kurdistan, Jemen, dem Iran oder dem Irak) hat als an aschkenazischen Juden. Unter anderem wird Jerusalem von sephardischen Juden dominiert, Tel Aviv hingegen von aschkenazischen Juden.
Marrokanische Juden in Israel verfolgen bis heute ihre eigenen Traditionen. Nicht nur ihre eigene Sprache, wenn sie unter sich sich. Sephardische Juden leben ihre eigenen Speisetraditionen aus und wenn man bei ihnen eingeladen ist, wird der Teller so richtig vollgeklatscht. Bei aschkenazischen Gastgebern findet man kaum soviel Essen auf dem angebotenen Teller und nicht selten machen sephardische Juden darüber Witze: „Bei uns hast Du wenigstens etwas auf dem Teller. Wir sind nicht so knauserig wie Aschkenazim !“
Als die Marokkaner vorwiegend in den 50iger Jahren nach Israel zogen, setzten sie sich nicht bequem in ein Flugzeug von der Jewish Agency und machten Aliyah. Viele von ihnen kamen zufuss ins Heilige Land. Weder erhielten sie einen Ulpan (Sprachkurs) noch irgendwelche finanziellen Unterstützungen. Damals wurde noch zugepackt und sich allein etwas aufgebaut. Man scheute keinerlei Drecksarbeiten, um Geld zu verdienen und etwas auf dem Teller zu haben. Heutzutage kommen Juden aus aller Welt hierher und wenn nicht alles so funktioniert, wie sie sich das vorgestellt haben, jammern sie uns allen ununterbrochen etwas vor. Sowas geht nicht nur den vor Jahrzehnten eingewanderten sephardischen Juden auf die Nerven, sondern auch mir. Wem es hier nicht passt, der soll in sein Heimatland zurückkehren und uns nicht mit Jammereien in den Ohren liegen. Jeder Neueinwanderer hat es schwer und ein Jeder von uns geht durch Höhen und Tiefen. Niemand hat es leicht.
Aktuell gibt es einen neuen Film zur Geschichte der marrokanischen Juden und dieser Film sorgte in Marroko für Aufregung. Man hört es heute nicht gerne, wenn im eigenen Land einmal 250,000 Juden beheimatet waren. Und das mit einer jahrhundertelangen lebendigen Tradition, die bis ins Jahr 1492 reicht. In dem Jahr schmiss Spanien all jene Juden aus dem Land, welche nicht zum Christentum konvertieren wollten.
http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/179907#.U1yNOKKuaW8
Und hier ein wenig Hintergrundwissen zur Geschichte der Juden in Marroko:
Links:
Jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern
Juden in Marroko
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