Antiker Goetzendienst/Essen/Kabbalah/Leserfrage/Reinkarnation (Gilgul)

Leserfrage: „Veganer, Vegetarier, Fleischesser und die Seelenreinkarnation“

B“H
Leserfrage:
Wie ist das, wenn im Judentum jemand Vegetarier oder Veganer ist ? Existieren nicht diverse kabbalistische Schriften, die besagen, dass ein Jude Fleisch essen soll, da Tiere einen Tikun (Seelenkorrektur) benötigen ?
Das Interessante an der ganzen Sache ist, dass genau diese Veganer – Menschen schon damals in Ägypten lebten und es einen Zusammenhang gibt mit ihrem Götzentum.
Meine Antwort:
Ob das Vegan Movement schon im Ägypten der Antike existierte, kann ich nicht sagen, da ich es nicht weiss. Davon einmal abgesehen: Du hast absolut Recht mit dem Tikun (Seelenkorrektur) der Tiere und das es, halachisch betrachtet, wichtig ist, Fleisch zu verzehren. Nicht unbedingt wegen diverser Vitamine und Mineralien, sondern ganz besonders aus kabbalistischer Sicht heraus. Als einen der wichtigsten Quellen hierzu nenne ich an dieser Stelle den Arizal (Rabbi Yitzchak Luria, 1534 – 1572).
In der jüdischen Kabbalah nehmen Reinkarnationen ein breites Spektrum ein. Nicht nur bei Rabbi Yitzchak Luria.
Menschliche Seelen werden allgemein in drei Teile unterteilt. Eigentlich sind es fünf, doch lassen wir an dieser Stelle die zwei höchsten Seelenlevel einmal aus.
G – tt erschuf den Menschen mit ganz individuellen Aufgaben. Bei Juden ist es so, dass diese eine besondere Aufgabe als Volk sowohl als auch als Individuum innehaben. Wer seine Aufgabe nicht erfüllt bzw. das von G – tt gesetzte Ziel verfehlt, dessen Seelen können wiedergeboren werden. Mit dem Ziel, das spezielle Ziel letztendlich doch noch zu erreichen.
Laut der Kabbalah muss allerdings nicht eine ganze Seele bestehend aus drei Teilen wiedergeboren werden, sondern es kann durchaus sein, dass nur einer der Teile (von Nefesh, Ruach oder Neshama) wiedergeboren wird.
Seelen werden jedoch nicht nur in Menschen reinkarniert, sondern genauso in Steine, Pflanzen oder Tiere. Wobei hier eine Hierarchie besteht. Wenn eine Seele in einem Stein reinkarniert wird, so gilt dies als strenge Strafe. Laut kabbalistischen Schriften können in bestimmten jüdischen Monaten reinkarnierte Seelen vom Stein in eine Pflanze, von einer Pflanze in ein Tier oder von einem Tier in einen Menschen transformiert werden. Hierzu gibt es lange ausführliche Kommentare in Bezug auf das Goldene Kalb und worin die Gefahr dieser „Kreatur“ bestand.
Wenn ein Jude Fleisch ißt und vor dem Verzehr den dafür vorgesehenen Segen sagt, so kann er die im Fleisch reinkarnierte Seele an ihr eigentliches Ziel (in der Kommenden Welt – Olam Habah) befördern. Deswegen sind Kabbalisten der Meinung, dass es sehr wohl wichtig ist, Fleisch zu verzehren, um eben diese spezielle Mitzwah zu erfüllen. Darüber hinaus hilft man gleichzeitig eben jener im Tier gefangenen Seelenreinkarnation. Beim Veganer oder Vegetarier fällt diese Mitzwah natürlich weg.
Ob es ausreicht, seine Segen vor dem Essen auf Pflanzen zu konzentrieren ? Mag sein, Kabbalisten würden dieses aber kaum als ausreichend betrachten. Letztendlich muss jeder selber wissen, was er macht. Ich bin weder Veganer noch Vegetarier. Zwar esse ich nicht täglich Fleisch, doch ein guter Burger von Jerusalems Burgersbar ist was Feines ! Oder ich mache die Hamburger gleich selbst. Mit frischem Rindfleisch und dick Zwiebeln und grünem Salat.
Nicht vergessen sollte man, dass es im Judentum ebenfalls Schriften zum Vegetariertum gibt. Ich glaube, es war der erste Rabbi Kook, welcher ein Buch zum vegetarischen Essen verfasste. Aber wie gesagt, ich gab die kabbalistische Ansicht wieder und darüber hinaus muss jeder Jude selbst entscheiden, was an koscherem Essen auf den Teller kommt.
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