Buch Esther - Megillath Esther/Meschiach/Purim/Rabbi Joseph Dov Soloveitchik/Rambam

Rambam (Maimonides) über die zeitlose Megillath Esther (Buch Esther)

B“H
In zwei Wochen feiert die jüdische Welt PURIM und wer sich damit absolut nicht auskennt, der lese das Buch Esther (Megillath Esther) ! Für das jüdische Volk sind gerade Purim und die damit verbundenen historischen Begebenheiten (siehe das Buch Esther) von immenser Bedeutung. Antisemitismus und Judenhass in der Antike genauso wie heute. Im Grunde genommen hat sich nie etwas verändert. Eine Vielzahl von Nationen wollen die Juden heute genauso loswerden wie einst Haman im Babylonischen Exil.
Es ist schon Ewigkeiten her, da fragte mich ein Blogleser nach einer bestimmten halachischen Quelle. Wo es denn verankert sei, dass nach dem Eintreffen des Meschiach diverse jüdische Feiertage abgeschafft werden, aber ausgerechnet PURIM bis in alle Ewigkeiten bestehe. Wie kann das sein ? Ist nicht ein Yom Kippur oder Pessach (Passover) viel wichtiger als Purim ? Noch dazu wo Yom Kippur und Pessach biblische Feiertage sind und bei Purim handelt es sich „nur“ um einen rabbinischen Feiertag.
Zuerst einmal müssen wir uns die Bedeutung des Yom Kippur (Versöhnungstag) anschauen. Es geht hier um unsere Umkehr zu G – tt und dass Er uns unsere Vergehen verzeiht und uns, symbolisch gesprochen, auf ein weiteres Jahr in das Buch des Lebens einträgt bzw. Mit Seiner Unterschrift besiegelt.
Was aber geschieht, wenn wir in die messianische Zeit eintreten ?
Sobald der Meschiach da ist, verändert sich der Mensch automatisch. Alle Nationen und nicht nur Juden. Auf einen Schlag sündigt niemand mehr und ALLE Menschen glaubt nur noch an den EINEN EWIGEN G – TT. Dies geschieht ohne dass wir viel Zeit haben nachzudenken oder uns zu fragen, ob wir das jetzt wollen oder lieber nicht. Es passiert einfach.
Nur kurz angemerkt: Auch in der Zeit des Meschiach wird es Juden und Nichtjuden geben. Mit der Ankunft des Meschiach transformiert nicht jeder Nichtjude automatisch zum Juden ! Darüber hinaus lehrt der Talmud, dass es nach dem Eintreffen des Meschiach keinerlei Konversionen zum Judentum mehr geben wird. Eine Tatsache, die in der Geschichte nicht einzigartig ist, denn, u.a., gab es zu Zeiten des König Salomon (Shlomo HaMelech) bereits keine Konversionen. Als Grund hierfür spricht die Gemara von der Befürchtung von Konversionen aus sozialen bzw. wirtschaftlichen Gründen. Unter König Salomon ging es Israel und den Juden wirtschaftlich gesehen hervorragend. Damit Menschen anderer Nationen sich dem Judentum nicht anschliessen, um finanziell besser dazustehen, wurden Konversionen bis auf Weiteres ausgesetzt.
Aber zurück zur Frage nach der Quelle der Behauptung, dass Purim ein zeitloses Fest ist und auf ewig gefeiert wird. Selbst zu Zeiten des Meschiach.
Das Buch Esther ist wichtig für uns, eben weil die Story vom ewigen Schicksal des Menschen handelt. Der Rambam (Maimonides, 1135 – 1204) schreibt:
Alle Bücher der Propheten (Nevi’im) und die Schriften (Ketuvim) werden in der Zeit des Meschiach ihre Gültigkeit verlieren (atidin livatel). Alle, außer dem Buch Esther (Megillath Esther). Das Buch Esther, welches so dauerhaft ist wie die Fünf Bücher Moses und die Gesetzesvorschriften des Talmud (Mischna), wird niemals seine Relevanz verlieren. (Siehe die Mischna Torah, Hilchot Megillah 2:18)
Rabbi Joseph B. Soloveitchik fügt hinzu:
Bei der Megillah handelt es sich um ein halachisches Buch, reichlich ausgestattet mit Regeln, Grundsätzen und Kritierien. Die Megillah dient dazu, uns Menschen zu lenken und Juden wiederum nehmen an der Entfaltung des großen historischen Dramas teil. Ferner sollen sich Juden insbesondere ihres einzigartigen nationalen Schicksales bewusst werden.
Quelle:
„Days of Deliverance“ – Essays on Purim and Hanukkah – von Rabbi Joseph B. Soloveitchik
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