Baal Teschuva (Neureligioese)/Frauen in der Ultra - Orthodoxie/Frauenangelegenheiten

Zu den „Schal / Taliban“ Frauen in Jerusalem

B“H
Letzten Donnerstag ging ich zum „Hadassah“ Naturkostladen, welcher sich gleich am Machane Yehudah Markt befindet. Viele religiöse Juden gehen dort einkaufen und ich kenne Hadassah selbst aus meiner Zeit in der Bäckerei, denn Hadassah gehörte zu unserer Kundschaft.
Während ich mich nach Haferflocken und Mandeln umsah, fiel mir eine etwas eigenartige Gestalt auf. Zuerst erkannte ich noch nicht einmal, dass es sich um eine Frau handelte, sondern was ich sah, war ein eher geisterhaftes Wesen. Dann endlich wurde mir klar, dass es sich um eine der „Taliban – Frauen“ handelt. In Israel nennen wir die Frauen dieses Movements jedoch offiziell SCHAL – FRAUEN.
Es war gewiss nicht das erste Mal, dass mir eine dieser Frauen begegnete, doch handelte es sich in dem Fall um eine Frau, welche sogar ihren Kopf total bedeckt hielt. Normalerweise bedecken die Schal – Frauen ihren gesamten Körper und tragen sogar Handschuhe, doch ihr Gesicht ist unbedeckt.
Nur so nebenbei: Vollkommen eingehüllte muslimische Frauen tragen ebenso Handschuhe !
Mein erster Gedanke war, dass ich ein Photo von der Frau machen sollte, doch dann entschied ich mich anders. Im Grunde genommen störte mich die Frau ja nicht und sie kümmerte sich einfach nur um ihre eigenen Angelegenheiten. Deshalb betrachte ich ein Photo als unfair. Soll sie doch leben wie sie will, denn es ist ja ihr Leben. Das allerdings bedetet keinesfalls, dass ich mit der Ideologie der „Schal Women“ übereinstimme. Doch solange sie mich nicht stören, störe ich sie auch nicht.
Also machte ich kein Photo, wunderte mich aber, wie die Frau so ihren Einkauf managte. Immer, wenn sie im Laden ein Produkt anschaute, hob sie ihre Kopfverhüllung an. Ihr Gesicht konnte man dennoch nicht erkennen.
Es kann sein, dass sie ihren Kopf nur deswegen vollkommen verhüllte, weil sich Männer im Laden befanden. Die Frauen des „Schal Movements“ hegen da so ihre eigenen Vorstellungen. Allerdings fragte ich mich schon, wie sie denn so vorankommt, wenn sie draußen auch so dermaßen verhüllt herumläuft.
Bei Israels „Schal – Frauen“ handelt es sich vorwiegend um neureligiöse Frauen sephardischer Herkunft. Einem etwas fragwürdigen neureligiösen Movement der Breslover Chassidim. Derlei Breslover haben absolut nichts mit dem originalen Breslovern von Mea Shearim zu tun !
Allgemein wird das Movement der „Schal – Frauen“ von fast allen führenden Rabbinern abgelehnt. Einschliesslich den Rabbinern der Edah HaCharedit von Mea Shearim.
Das Movement selbst hat nur wenige Mitglieder, doch sorgt immer wieder neu für Schlagzeilen, wenn es sich um Kindesmissbrauch handelt. Darüber hinaus ist es auch die seltsame Art der Kleidung, welche immer wieder neu die Schlagzeilenrunde macht. Selbst die haredischen (ultra – orthodoxen) Welt macht sich lustig.
Frauen des Movements findet man in Beit Shemesh, in Zfat sowie in Jerusalem. Viele der Jerusalemer Anhänger leben nahe der Mea Shearim Street. Mit den Bewohnern von Mea Shearim haben sie jedoch nichts zu tun. Eher ist das Gegenteil der Fall, denn oft werden die Schal – Frauen von ihrer Nachbarschaft beschimpft. Des Weiteren finden wir einige der Frauen im Stadtteil Nachlaot.
Vor ein paar Jahren schrieb mir eine Frau des Movements und liess mich gleichzeitig wissen, dass sie einen Blog führt, in dem sie von ihrem Alltag berichtet. Der Blog war in hebräischer sowie englischer Sprache geschrieben, aber leider finde ich die URL nicht mehr.
Hier sind zwei Blogartikel, die ich von einigen Jahren verfasste:
1. DieTaliban Frauen rechtfertigen sich
2. Nich alles nur „Taliban“ Frauen
Die nachfolgenden zwei Videos sind nur in hebräischer Sprache einzusehen ! Hier rechtfertigen die „Schal – Frauen“ ihre Ideologie und erklären, warum sie sich dazu entschieden, dem Movement beizutreten. Der Hauptgrund ist der Anstand. Sich als verheiratete Frau anständig zu kleiden und sich keinem anderen Mann zur Schau zu stellen. Ich bin jedoch der Meinung, dass die Frauen sich selbst einen deratig, in unseren Augen übertriebenen Anstandslevel, auferlegen. Vermutlich spielt die eigene Ambition, wie weit man selber gehen kann, eine wichtige Rolle.
Ferner rechtfertigen sich die Frauen mit dem Argument, dass bereits die jüdischen Vormütter Sarah, Rebekka, Leah und Rachel schon vor 3000 Jahren so kleideten. Aus historischer Sicht glaube ich das nicht und darüber hinaus glaube ich schon gar nicht, dass sich die Frauen des König David derartig kleideten.

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