Jerusalem/Kaschrut

Der alte Bahnhof von Jerusalem und sein unkoscheres Essen

B“H
Jerusalem ist um eine Attraktion reicher. Nach langer Renovierungszeit eröffnete vor wenigen Wochen der alte Bahnhof. Diesmal nicht als Bahnhof, sondern als Kulturstätte. An der David Remez Street, gegenüber dem CHAN Theater und nahe der Emek Refa’im. Dagegen befindet sich der neue Bahnhof so ziemlich außerhalb, an der Malcha Shopping Mall.
Keine Frage, Jerusalem will mehr Touristen, israelische Besucher sowie die heimische Bewohner anziehen. Mehr Attraktionen sollen her, denn die Stadtverwaltung befürchtet, dass Tel Aviv uns mit seinem Nightlife weiterhin den Rang abläuft. Doch die Art und Weise, wie Bürgermeister Nir Barkat dem entgegenwirken will, ist Jerusalem unwürdig. Die Stadt ist nun einmal nicht Tel Aviv und wird es auch nie werden. Anstatt sich auf die eigenen Attraktionen zu konzentrieren, schielt der Stadtrat neidisch nach Tel Aviv.
Der frisch restaurierte alte Bahnhof wurde zur Kulturstätte. Dazu gehören eine Reihe von Cafes und Restaurants aller Art. Jeder darf hinein und sich im neuen Areal umsehen, auf die Bänke setzen und verweilen. Die Renovierung war erfolgreich und wer will, der kann auf dem neuen Trekking Pfad bis nach Talpiyot oder gar Malcha laufen oder radeln. Dennoch zieht die neue Kulturstätte einen starken Beigeschmack mit sich. Restaurants und Cafes sind nicht koscher. Heisst, am Schabbat geöffnet und Milchiges wird mit Fleischigem zusammen serviert. Wer sich irgendwo hinsetzen will, der sollte vorher nach einem Koscherzertifikat (Hechscher) fragen. In den wenigsten Fälle dürfte er dabei auf eine positive Antwort hoffen.
Zwar soll der Rubel mit nichtjüdischen Touristen und säkuleren Juden rollen, doch darf nicht vergessen werden, dass jene Juden, die Wert auf koscheres Essen legen, vollkommen ausgeschlossen worden sind. Ich kann hingehen und herumwandern, doch eine Tasse Kaffee bleibt mir versagt.
Wären die Restaurants am alten Bahnhof koscher, so könnte sich gerade Jerusalem einer wahren Attraktion rühmen und noch viel mehr Profite machen. So aber bleiben Tausende Jerusalem dem neuen Zentrum fern. Auf Dauer kann dies nicht gutgehen, denn im Winter kommen wenig Besucher und die auf Kaschrut schauenden Einheimischen machen einen Bogen um das unkoschere „Kulinarium“.
Ich laufe dort zwar gerne herum, aber meinen Kaffee trinke ich lieber daheim oder in einem nahegelegenen anderweitigen koscheren Kaffeehaus.
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